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Blausieb: gefrässiger Holzbohrer

Der Blausieb (Zeuzera pyrina) ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Holzbohrer. Er wird auch Kastanienbohrer genannt und ist weit in Europa verbreitet. Sein Schadbild ist heute leider immer häufiger an Bäumen anzutreffen. Die Larven bohren sich in das Holz einheimischer Laubbäume und fressen sich dort lange Gänge in die Äste und Stämme. Dadurch stirbt der betroffene Ast, oft sogar der ganze Baum ab

Warum ist die Blausieb-Larve so gefährlich?

Von einem Befall mit der Blausieb-Larve können fast alle einheimischen Laubbäume betroffen sein. Die Raupen ernähren sich vom Holz von ca. 150 verschiedenen Laubbaumarten wie Rotbuche, Kulturapfel, Faulbaum, Gemeine Esche, Rosskastanie, Birke, Eiche, Birne, Apfel, Zitterpappel, Ulme, und Erle, aber auch von Mistelzweigen.

Die Blausieb-Larven bohren sich mit Vorliebe in die jüngeren Stämme und Äste von Obstbäumen und jungen Baumschulpflanzen bis zu einem Alter von zehn Jahren. Dies hat zur Folge, dass die Jungpflanzen eingehen können. Der Befall älterer Bäume ist weniger folgenschwer, da in der Regel nur einzelne Äste befallen werden.

Das Frassverhalten kann sehr schnell von statten gehen. Im Kernholz entstehen kreisrunde Gänge, welche einen Durchmesser von 5 bis 10mm aufweisen und eine Länge von bis zu 40cm erreichen können.

Durch das auch in unseren Regionen immer ausgeprägtere wärmere Wetter ist mit längeren Flugzeiten der Falter zu rechnen. Dies führt zu grösseren Populationen und häufigeren Schäden.

Die Entwicklungsdauer bis zur Verpuppung beträgt zwei bis drei Jahre. Ob das vermehrte Auftreten des Schädlings nur auf die tendenziell heisseren Sommer zurückzuführen ist, oder ob noch andere Faktoren eine Rolle spielen, ist derzeit unklar. Es ist auch noch nicht absehbar, ob es sich um einen längerfristigen Trend handelt.

Aussehen und Lebensweise

Blausieb Falter

Falter: Sie erreichen eine Länge von etwa 30mm und eine Spannweite von 60mm. Die Flügel sind weiss mit dunklen, bläulich schimmernden Punkten.

Blausieb Larve

Larve: Nachdem die Falter im Sommer die Eier in Rindenrisse, Knospen oder Wunden abgelegt haben, schlüpfen die Larven im August. Nun beissen sie Löcher und bohren sich in junge Stämme und Äste ein. Je älter die Larve wird, umso dicker ist der Ast und umso länger die Bohrgänge. Die Larven werden 50-60mm lang und sind gelblich gefärbt mit schwarzen Punkten. Im letzten Bohrgang, der bis zu 40mm lang werden kann, verpuppen sie sich schliesslich.

Schadbild

Blausieb Schadbild

Ein befallener Baum weisst welke Blätter und absterbende Triebe auf. Auffällig ist auch das Bohrmehl oder Kotkrümel am Stammfuss oder am Stamm selber. Bei einem extremen Befall ist auch das Bohrloch oder Bruchstücke sichtbar.

Folgen für den Baum

Ein Befallener Baum ist stark geschwächt. Je nach Grösse des Bohrganges und dicke des Astes besteht für den befallenen Teil Bruchgefahr. Im Schlimmsten Fall kommt es zum Absterben des Baumes.

Bekämpfung

  • Gesunde Bäume fördern. Geschwächte werden eher befallen.
  • Regelmässige Kontrollen (In gefährdeten Bereichen lohnt sich eine gezielte visuelle Kontrolle auf Bohrmehl. So kann ein Befall frühzeitig erkannt werden.)
  • Pheromonfallen gegen den Blausieb-Falter verwenden
  • Befallenes Holz/Äste entfernen und Larve vernichten.
  • Mechanische Entfernung der Larven (Mithilfe eines Drahtes dem Kanal entlang stochern, um die Larve zu töten)
  • Einsatz von Nützlingen (z.Bsp. Schlupfwespen)
  • Eine chemische Bekämpfung ist nicht erlaubt
  • Blausieb kann mit Isonet-Z Dispenser verwirrt werden (300-600 Dispenser pro ha). Wegen der langen Entwicklungszeit ist eine konsequente Behandlung über 3 bis 4 aufeinanderfolgende Jahre notwendig, damit eine nachhaltige Wirkung erzielt werden kann. Der hohe Aufwand rechtfertigt eine Verwirrung nicht in jedem Fall

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Julian Sonntag
Bauführer Gartenpflege

Unser GartenDOC – Julian ist der Experte rund ums Thema Pflanzen.